Symbolbild Welle mit Satellitenbild der Nordseeküste

CoastalFutures entwickelt innovative Modellierungsinstrumente, mit denen zukünftige Nutzungsszenarien und die Auswirkung von Klimaänderungen untersucht werden können.



Die Zukunft der Küste ist zum einen geprägt durch die Folgen des Klimawandels, zum anderen durch eine dramatische Zunahme der Nutzung des Küstenraumes. Als Folge des Klimawandels wird der naturverträgliche Küstenschutz beständig ausgebaut werden müssen. Zusätzlich steigt auch der Bedarf an erneuerbarer Energie, um den Klimawandel zu begrenzen und die Abhängigkeit von externen fossilen Energieimporten zu verringern. Daneben kann das Meer aber auch eine wichtige Rolle als Speicher für aus der Atmosphäre entnommenen Kohlenstoff spielen und unterschiedliche Ansätze könnten in der Zukunft auch in deutschen Küstengewässern zum Einsatz kommen, um den Klimawandel abzumildern.

Symbolbild Coastalfutures, Bildmontage von Watt, Baggern, Windkraftanlagen und Fußspuren

Küsten und Meere müssen sich von der menschlichen Nutzung erholen. Fotos: S. Billerbeck, I. Frings (Hereon) u. J. Teide (Ludwig-Franzius-Institut); Bildmontage: S. Hartmann (Hereon)

Gemeinsam mit Stakeholdern aus Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft entwirft und simuliert CoastalFutures zukünftige Nutzungsszenarien in der Nord- und Ostsee, einschließlich der Küstengebiete und der Ästuare.

Es untersucht die Wirksamkeit aktueller Schutzmaßnahmen und entwickelt gemeinsam mit Akteuren aus Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit neue Managementoptionen. Das Projekt konzentriert sich auf Klimaauswirkungen und Nutzungsdruck durch:

(i) Offshore Erzeugung erneuerbarer Energien,
(ii) Fischerei,
(iii) naturbasierten Küstenschutz und
(iv) Eutrophierung des Landes.

In Zusammenarbeit mit der CDRmare Mission entwickelt es zudem Modellwerkzeuge mit denen die Auswirkung von mariner Kohlenstoffspeicherung untersucht werden kann.

CoastalFutures verfolgt einen modernen dreigleisigen transdisziplinären Ansatz. Gemeinsam mit Stakeholdern werden mit einem Co-Design Ansatz ein gemeinsames Systemverständnis und managementrelevante Klimaszenarien identifiziert. Gemeinsam werden sektorale und sektorübergreifende Szenario-Narrative entwickelt, die mit dem E2E-Modellsystem simuliert werden (Co-Produktion).

Interessengruppen werden in einen Dialog über modellbasierte Szenarienbewertungen, regulatorische und politische Risiken sowie neue institutionelle und regulatorische Anforderungen und Möglichkeiten einbezogen (Co-Evaluation).

Karte der Nutzungen der Deutschen Bucht

Nutzungskarte © Hereon

Der wunderschöne Naturraum Küste wird vielfältig genutzt.

Um die Auswirkungen von Klimawandel und Nutzung von Küsten- und Meeresräumen und ihrer Ressourcen auf die Ökosysteme zu bewerten, wird im Rahmen von CoastalFutures ein neuartiger, gekoppelter, räumlich expliziter und skalenübergreifendes Modellrahmen entwickelt, der es ermöglicht, physikalische, chemische und biologische Auswirkungen auf Ökosysteme zu untersuchen und gleichzeitig Fernwirkungen und Konnektivität zu berücksichtigen.

Das Projekt verknüpft dabei nationale institutionelle Entwicklungen und Fachkenntnisse und integriert diese in einer zentralen virtuellen Umgebung, die für die Untersuchung von Management- und Raumplanungsszenarien und deren Bewertung genutzt werden kann.

Gemeinsam mit Vertretern des maritimen Managements und Stakeholdern aus Wirtschaft und Industrie werden Interessenkonflikte identifiziert, mögliche Schutzkonzepte entwickelt, die Wirksamkeit von Managementoptionen im Klimawandel untersucht und deren wirtschaftliche Auswirkungen bewertet

CoastalFutures Partnerlogos

Partner im Verbundprojekt

Das CoastalFutures Konsortium vereint Partner aus sechs verschiedenen Universitäten und drei außeruniversitären Forschungsinstituten. Weiterhin sind die Thünen Institute (Ressortforschung, dem BMEL zugeordnet) und die relevanten Abteilungen mehrerer Bundesoberbehörden im Bereich Verkehr und Umwelt, u.a. BSH, BAW, BfN und DWD, in CoastalFutures involviert. Das Projekt wird vom Bundesforschungsministerium mit 5.5 Millionen Euro gefördert.

Projekt Koordinatorin: Prof. Corinna Schrum, Helmholtz-Center Hereon